Radius: 10 km

Insulaner

Wieder mal das Frankenberger Viertel. Diesmal mit "der besten Kneipe des Viertels" wie man bei den Google-Tipps liest: dem Insulaner. Ein Parkplatz war diesmal schnell gefunden. Das kostenfreie Parken im Frankenberger Viertel wird ja vielleicht unter Umständen leider bald ein Ende haben - wie schon seit 2011 angekündigt - und vielleicht in diesem Jahr zum 1. April umgesetzt. Die Stadt hüllt sich in ein "voraussichtlich".

2016-01_Insulaneri-Aachen-06Nun aber zurück zum weithin beliebten Insulaner: sehr adrett im Essbereich eingerichtet, eine große Glasfront und durch zwei voneinander abgetrennten Bereichen macht er einen sehr warmen Eindruck. Im vorderen Bereich gibt es hohe Tische und eine Theke, in deren Umfeld gepflegte ältere Herren quatschen, wie ihnen der öcher Schnabel gewachsen ist, während an einem anderen Tisch zwei junge Frauen würfeln. Man kann sich hier wohlfühlen und ich glaube auch, dass man hier schnell wiedererkannt wird - die Begrüßung ist schon heute sehr freundlich.

2016-01_Insulaneri-Aachen-02Mein Mobiltelefon pingt in einer Tour: Googletips und Foursquare/swarm haben mich geolocalisiert und plöppen Fenster auf, die mir die Currywurst und die Riesenbockwurst ans Herz legen wollen. Also mache ich mit meinem Begleiter einen Deal: Er Bockwurst, ich Currywurst. :-)

Nach unserer Bestellung wird uns der schwere Krug mit zwei Bestecken auf den Tisch gestellt und endlich einmal stecken die abgezählten Messer und Gabeln mit Schneiden und Zinken nach unten darin und nicht wie vielerorts so, dass jeder einmal meine Gabel streicheln darf, um das Messer zu seiner Gabel herauszufischen. Danke, denn normales Publikum ist wirklich schon in der Lage, Messergriffe von Gabelgriffen zu unterscheiden, liebe Gastronomen! :-)

2016-01_Insulaneri-Aachen-04Die Currywurst, die mir serviert wird, ist die allerschönste Currywurst, die ich je gesehen habe: die eingeritzte und kross gebratene Haut gibt ihr die Anmutung eines Krönchens und auch die dicken Fritten haben die richtige Farbe. Mein Begleiter starrt währenddessen ungläubig auf die Riesenbockwurst, die nicht nur über den großen Teller hinausragt, sondern auch den halben Tisch beschlagnahmt.

Die Fritten sind sehr gut, nicht stark gesalzen, aber wirklich kross. Die Currywurst ist leider weder eine Berliner Currywurst mit Tomatensauce und Currypulver, noch eine Ruhrpott-Currywurst mit bräunlicher Currysauce. Es ist irgendwas anderes - geschmacklich stark in der Nähe von Zigeunersauce mit Chilischärfe und minimaler Kokosnote. Curry schmecke ich da gar nicht. Für Currywurstfreunde ist das sicher eine Enttäuschung und ich würde das auch eher als Insulanerwurst bezeichnen, weil es etwas ganz eigenes ist - wahrscheinlich hat da einfach jemand so lange an der perfekten Currysauce getüftelt, bis es keine mehr war. :-/

2016-01_Insulaneri-Aachen-05Die Riesenbockwurst auf dem Teller gegenüber führt auch zu keiner Begeisterung und als ich sie probiere, stelle ich fest, dass sie kaum Gewürz enthält und ansonsten auch keine feste, sondern eine lockere Bockwurst ist. Ein paar kleine(re) Knackwürste, im Wurstwasser erwärmt, hätten uns mehr Freude gemacht.

Ich will den Insulaner nicht schlecht machen - es ist eine wirklich stilvolle und moderne Viertelkneipe mit Betreibern, die mit Liebe dabei sind, aber das nächste Mal werde ich mich dort auf die wechselnde Spezialitätenkarte verlassen und die Klassiker außen vor lassen.

Die vielen vegetarischen Gerichte zeigen, dass dort jemand "am Puls der Zeit kocht".
Aufgrund der Waschräume im Untergeschoss und der doch recht engen Architektur ist der Insulaner nicht barrierefrei.

Hier nochmal die Homepage mit immer aktueller Adresse und Öffnungszeiten
Insulaner - Bismarckstraße 113 - 52066 Aachen2016-01_Insulaneri-Aachen-08

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