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1. Aachener Gourmet-Festival

Ich hatte gestern viel Spaß. Vielleicht hätte das nicht jeder gehabt, aber ich hatte Spaß, denn ich mag es, mit Menschen über Essen und handwerkliche Produkte zu reden. Die Zeit dazu war gestern auf dem 1. Aachener Gourmet-Festival vorhanden, denn am ersten dreiviertel Tag, der ja noch dazu ein Arbeits-Freitag war, steppte dort nicht wirklich der Bär.

2016-09_erstes-aachener-Gourmet-Festival-01 Je näher der Abend kam, desto mehr wurden die Menschen und desto grauer wurde der Himmel. Blöde Sache, aber in Aachen ja leider durchaus üblich. Es fällt - im Gegensatz zu den bisherigen Öcher Food-Events - schon auf, dass der Bereich auf dem Bendplatz nicht nur besser genutzt, sondern auch hochwertiger gestaltet ist: man sieht die Burg aus weißen Pavillons schon von weitem, am Eingang von der Kühlwetterstraße steht der rote Doppeldeckerbus des Veranstalters.

2016-09_erstes-aachener-Gourmet-Festival-03Sagen wir, wie es ist: es ist das erste Mal, dass man versucht, ein Event auf diesem Niveau in Aachen zu etablieren. Ralf Adam, der Veranstalter, sagte, er sei enttäuscht, dass die Aachener Restaurantsbesitzer, die er versuchte zu kontaktieren, nicht enthusiastischer waren. Aber: Glück für uns - auf dem Bendplatz stehen so italienische Trüffel-Restaurants aus Essen und Düsseldorfer Top-Restaurants, italienische Feinkost-Wagen aus Erftstadt und Maultäschle-Zelte aus dem schönen Schwabenland. Rest-Deutschland zu Besuch in Aachen. :-D

2016-09_erstes-aachener-Gourmet-Festival-05Was hier auffällt, ist die Untermischung von Verkaufsständen "im Direktvertrieb" wie das nette deutsche Paar von Kali Zoé, das auf Kreta sein (und vielleicht ja auch Euer) Olivenöl presst wie vor hundert Jahren, oder der kommunikative Herr von bacchus, der uns mit seinem Enthusiasmus (und seinem roten Prosecco aus dem Veneto) beinahe schon beschickert machte, bevor wir richtig angekommen waren. ;-)

2016-09_erstes-aachener-Gourmet-Festival-09Daraufhin ließ ich mich zu einem koreanischen Corn-Dog verleiten. So skurill, dass es schon wieder lustig war: ein längs auf einen Holzspieß aufgespießtes HotDog-Würstchen wird mit einem Maismehlteig umhüllt und mit kleingeschnittenen Fritten "paniert". Das ganze kommt dann in die Fritteuse und wird so sehr knusprig und heiß. Wer also den leicht-würzigen Maismehlgeschmack mag, wird es lieben - oder die scharfe Sriacha-Sauce dazu. :-)  Vielleicht mag man auch nur Herausforderungen beim Essen: der Holzspieß ist durchgehend und das Ding wirklich heiß.

Ja, ich weiß, das sieht jetzt nicht wirklich nach "Gourmet" aus, aber es gab ja noch viele andere Stände und ich stehe einfach auf so skurrile Sachen aus Fernost. :-)
Es gab z.B. auch noch einen Austernstand, aber meine jährliche Auster hatte ich ja schon letzten Sonntag auf dem Preuvenemint mit Gin-Tonic-Schaum.  :-)
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Apropos "Alkohol": einer der Höhepunkte war für mich der nette junge Mann mit dem Vollbart am Stand von O'Donnells Moonshine. Ich weiß nicht, ob wer von Euch die DMAX-Serie über die Schwarzbrenner im mittleren Westen der USA kennt, aber ich war froh, dass er mehr trug als nur eine Latzhose und doch auch sehr gut zu verstehen war. :-)
"Moonshine" das Getränk der Wahl zu Zeiten der Prohibition macht weder blind noch schmeckt er beißend nach Alkohol. Er war sogar sehr lecker - und mit Bratapfelgeschmack war er der Hammer. Probiert es mal selbst bei Gelegenheit. Tut gar nicht weh! ;-D

2016-09_erstes-aachener-Gourmet-Festival-22In der Reihe der Bartträger kommen wir nun zu "Janosch". Janosch räuchert Knoblauch und kommt aus Hennigsdorf, das ist in Brandenburg und hat nichts mit "Heringsdorf" zu tun. Er hat vor Jahren seinen Job an den Nagel gehängt und zuerst liebevoll Fische, dann aber Knoblauch geräuchert. Er ist ein Original und sein Bart ist auch echt. Wenn Ihr mit ihm ins Gespräch kommt, ist das so interessant, dass die Zeit verfliegt, wie der Geruch des geräucherten Knoblauchs, den es dort auf krossem Toast zum probieren gibt. Immer, wenn er etwas verkauft, läutet er das kleine Glöckchen am Stand, das man dann wohl bis zum Kaiserplatz hört.

2016-09_erstes-aachener-Gourmet-Festival-06Mein ganz persönlicher Höhepunkt war aber gestern Nina von La Grassa in Erftstadt. Nina hat sich der Antipasti-Küche Bolognas verschrieben und legt nun die wundervolle Fenchelsalami und/oder den guten Käse mit Ricottacreme, Rucola, getrockneten Tomaten, Balsamessig usw.... auf Focacchia-Brot.

2016-09_erstes-aachener-Gourmet-Festival-18Ihr tut es wahnsinnig leid, das Ganze dann Grastoni-"Burger" zu nennen, aber irgendwie sei das etwas, was die Leute kennen würden. Aber für ganz bald ist eine Umbenennung in "Bologna-Sandwich" geplant - weil es ihr damit besser geht. Mir ist es vollkommen egal, wie das Teil heißt, der Geruch und der Geschmack waren großartig.

Zugegeben, die Preise sind auf diesem Event gefühlt recht hoch, aber es sind (wie Ihr vielleicht aus meinem Text erkennt) alles Menschen dahinter, die von weiter her kommen und lieben, was sie tun. Sie stehen wirklich für ihr Produkt - und das Slow-Food-Schneckchen auf Janoschs Schürze ist kein Marketingmittel sondern eine Lebenseinstellung; Wenn man keine Zugeständnisse an die Qualität machen will, muss man investieren. Für solche Aussteller sind solche Festivals Gold wert, denn in online-Shops werden sie nie die "billigsten" Anbieter sein. Wollen sie ja auch gar nicht.

Vielleicht nutzt Ihr ja die Gelegenheit, nicht nur die Produkte, sondern auch die Menschen dahinter kennen zu lernen. Es ist spannend - und lohnt sehr, sich mal ein Wochenende darauf einzulassen. Ich werde es am Sonntagnachmittag nochmal tun, um auch die restlichen Aussteller kennen zu lernen.

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