Radius: 10 km

Alt-Aachener Café-Stuben Van den Daele

Eines der gefühlt ältesten Cafés in Aachen ist das Café Leo van den Daele an der Körbergasse. Das bronzene Prinenmädchen vor der Türe gibt schon mal einen Vorgeschmack auf die Printenvielfalt, die einen im Innern erwartet - aber auch klassische Aachener Fladen und belgische Pralinen verkauft dort die Raerener (Ostbelgische) Betreiber-Bäckerei Kockartz in sehr kalorienreich dekorierten Regalen.

Das Interieur ist alt - genau wie das, nein DIE Häuser der Alt-Aachener Café-Stuben - ganz kurz vor dem Stadtbrand in 1656  wurden sie 1655 erbaut und über die Jahre wurde aus den vier Häusern eins. Natürlich macht es das für Gehbehinderte und Kinderwagen letztlich unmöglich, in die Tiefen des Hauses vorzudringen. Aber wahrscheinlich hat der gebürtige Genter Leo 1890 nicht damit gerechnet, dass er mal die Nachbarhäuser okkupieren müsste. ;-)

Der Einrichtungsstil ist dunkles Holz mit vielen Spiegeln und noch mehr Dekokrams wie Delfter Kacheln, Kaffeekannen, Printenmodel und allem, was die Zeit stillstehen lässt. Es lädt also alles dazu ein, Kalorienbedenken und Hektik draußen zu lassen und sich für ein paar Stunden mit der exorbitant großen Kaffee-Frühstücks-Kuchen-und-Speisen-Auswahl auseinander zu setzen.

Halt: Außer natürlich zur Zeit des Weihnachtsmarktes. Da würde ich keinem, der mir auch nur ansatzweise etwas bedeutet, empfehlen, dort weiter als bis zur Backwarentheke vorzudringen. Das ist dort der Wahnsinn, weil das Haus ja in jedem Stadt- & Touriführer seit Karl dem Großen steht... ;-) 

Wir hatten an einem sonnigen Morgen, der im Haus selbst genauso dunkelbraun war wie jeder andere, das Paillasse-Verwöhnfrühstück für 2 Personen - mit Sekt und frischem Brot und Lachs und Früchtequark und für mich einer heißen Schokolade, die ich mir selber aus belgischen Schokodrops zusammenschmelzen durfte und die sofort mein Blut in Schokocreme verwandelte: Also genau, wie es sein muss. ;-)

So ließ sich die Enttäuschung, dass der angekündigte "Ardenner Schinken" letztlich doch nur schnöde Salami war, besser wegstecken. Ich hoffe, das war nur an diesem Morgen so, denn mit diesem Stück Ostbelgien begeistert man mich immer.

Über das Brot in einer altgedienten  slowbaking-Bäckerei brauchen wir hier wohl nicht mehr zu sagen, als dass es großartig war. Der Fruchtquark  war nicht übersüßt und hatte mit der Waldfrucht-Auswahl auch eine beerige Säure. Man konzentriert und verlässt sich im Van den Daele auf seine Backkunst - die Auswahl der möglichen Beläge war wenig überraschend. Aber wirklich gutes Brot braucht außer Butter ja eigentlich nichts. 

Worüber wir aber bei den Backwaren reden sollten, sind die Weckmänner. Was zum Teufel war denn da los? :-D
Der ganz eigene Stil des Teigs irgendwo bei Plunderteig mag ja noch regionalen Unterschieden zwischen Aachen und Ostbelgien geschuldet sein - aber die Form?
Wir haben jedenfalls Tränen gelacht über das von uns erworbene "Van-den-Dael'sche-Weck-Hippo".  :-D 

Man kann auch sehr gut einen Mittagsimbiss dort einnehmen:
Ich habe schon öfter ganze Tage dort mit heimkehrenden Schulfreundinnen verbracht, wo man sich vom Frühstück über ein Mittagessen bis zu Kuchenzeit durchquatschte und in Erinnerungen schwelgte - während die Zeit stillstand.

Hier nochmal die Homepage mit immer aktueller Adresse und Öffnungszeiten
Alt-Aachener Café-Stuben Leo van den Daele - Büchel 18 - 52062 Aachen

             

 

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