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Pausenbrot

Als meine Eltern mit uns vor gut 30 Jahren nach Aachen-Richterich zogen, gab es dort eine Bäckerei, einen alten Drogisten mit Wasserwellen und einen Spar-Markt, der mittags einfach mal für 2 (oder auch mal 3) Stunden schloss. Für meine Mutter, die aus dem Pont- und Jakobsviertel kam, war das ein Kulturschock hoch3: Keine Frittenbude mehr um die Ecke und die gastronomische Vielfalt des Uni-Viertels fand ihr krasses Gegenteil in diesem verschlafenen Vorort.
2015-08_Pausenbrot-Aachen-14Heute hat sich Richterich gut entwickelt: Viel mehr Einwohner, viel mehr Geschäfte und viel weniger Mittagspausen. ;-)
So folgte ich mit Freuden der Empfehlung meines Aachener Lieblingsgastronoms  Justus K. zurück in den Vorort meiner Grundschulzeit - und dort in ein neues Café mit dem Namen "Pausenbrot".
Das Pausenbrot liegt am Richtericher Markt im ehemaligen Ladenlokal eines Schlecker-Marktes - an den dort aber NICHTS mehr erinnert. :-)

Zum Glück erinnert es mich auch nicht so wirklich an meine Schulzimmer, obwohl die Reminiszens erwünscht ist: Hinter einem breiten Pult aus dunklem Holz werden die Getränke bereitet und zu den Füßen des Pultes hat der niedliche kleine weiße Hund sein Körbchen mit eigener Stehlampe. An den Wänden hängen diverse gerahmte Erklärungsfalttafeln, wie man sie noch aus dem Erdkundeunterricht kennt. Ansonsten ist die Klassenzimmer-Nachempfindung für mich ein paar Jahre zu alt - aber gerade das macht es so gemütlich. Auf jeden Fall hat hier niemand sein Schultrauma ausgelebt, sondern sich liebevoll und detailreich an eine schöne Zeit erinnert - ich bin mir sicher, das Geschirr stammt aus einem Lehrerzimmer der 80er Jahre... ;-)

2015-08_Pausenbrot-Aachen-13Viel Raum auf der Speisenkarte nehmen dann auch die namens-gebenden Pausenbrote ein, die allerdings keiner von uns jemals so erlebt haben dürfte: Dick geschnittenes gutes Graubrot, knusprig mit Olivenöl geröstet und mit hausgemachter Mayonnaise bestrichen. Dazu gab es bei mir - in der Variante "Landschulheim" - Schinken, Cheddar, Gürkchen, Tomaten und zwei Spiegeleier. Da wäre ich damals wohl zum Pausenbrot-Wegnehmer geworden. ;-)

Obwohl ich an einem Dienstag-Morgen dort war, war es sehr voll, recht laut und vor allem passierte der Alptraum eines jeden Gastronomen:
die gute Spülmaschine streikte. Die Inhaberin wurde nicht müde, mit geröteten Wangen zu versichern, dass das "kein normaler Dienstag" sei und so glaube ich, dass man dort ansonsten schön und enspannt frühstücken und den Kristallen der Kronleuchter über einem beim Funkeln zugucken kann.

2015-09-10 15.38.32_KUCHENinkleinDie Toiletten sind behindertenfreundlich. Wenn man also die eine flache Stufe zum Eingang überwinden kann, steht einem wirklich leckeren Frühstück oder späteren Imbiss nichts im Wege.Die Lautstärke bekommt man vielleicht mit etwas mehr Textil im Gastraum in den Griff. Aber der Laden wird ja vielleicht nicht immer so voll - obwohl wir das Sarah Christ natürlich wünschen würden!

Achja: Bei den Frühstücken fehlte mir persönlich aber die Variante "Schulschwänzer" - also ein Lieferdienst Sonntags morgens direkt an mein Bett. ;-)

Hier noch einmal die Homepage mit immer aktueller Adresse und Öffnungszeiten

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