Radius: 10 km

Konak

Dass man im Pontviertel Namen liest wie 'Şiş Kebap' und 'Adana Köfte' ist ja nun nichts Neues. Genauso wenig, wie das Restaurant & die Bar Konak dort neu ist - denn es gibt es in diesem Viertel schon seit 1982.

konak-Speisentafel
Die Außentafel auf der beplankten Hauswand

Can Beşkazalıoğlu hat allerdings mittlerweile das Restaurant von seinen Eltern übenommen und sich der Tradition der frischen türkisch-mediterranen Küche verschrieben.
Er selbst fasst das sehr treffend in die Worte: "zwischen bäuerlicher Tradition und Istanbuler Palastküche".

Wer jetzt aber palastartig schwere Teppiche an der Wand und dicke Kissen auf dem Boden erwartet, irrt schon sehr: Das Restaurant ist sehr reduziert eingerichtet, kein Schnickschnack an den Wänden und es hat nicht den Hauch von Wasserpfeifen-Romantik. :-)
[Auf gute Außenfotos müsst Ihr noch etwas warten, denn die Hausfassade wird gerade (September 2015) saniert.]

Can ist ein sehr freundlicher und sehr zurückhaltender Gastgeber, der trotzdem immer da ist, wenn das Glas leer ist oder der Magen doch noch knurren könnte: aufmerksam, unaufdringlich und immer für einen Spaß zu haben. Insgeheim wäre er vielleicht doch gerne der verständnisvoll lächelnde Barkeeper in einem New Yorker Hotel geworden. :-)

Zum Essen: Ich liebe Essen, das handwerklich gut gemacht ist. Wo man merkt, dass die Zutaten frisch und hochwertig sind - für mich macht es die Originalität eines Gerichtes aus, wenn man nicht merkt, wo der Kaufmann im Gastronomen versucht hat, die Kosten zu drücken und die labbrige Salatgurke von vorvorgestern einfach mal mit extra-viel Knoblauch unter den Quark gerieben hat.

konak-2Diese Art Essen fand ich im Konak: Die Tomaten und Champignons wurden nicht in eine Pfanne mit Öl geschmissen, ein paar Mal umgerührt, Kräuter drübergehauen und fertig. Nein, das Gemüse wurde einfach nur gegrillt: Hier hatte es niemand nötig, irgendetwas zu beschönigen.
Die Dips & Pasten waren hausgemacht, das Fleisch gut abgestimmt mariniert, das Brot warm,
konakdas Salat-dressing selbstgemacht. "Externe Gewürze" waren zurückhaltend eingesetzt, selbst die Blattpetersilie war in ganzen und frischen Blättern auf dem Teller. Was will man mehr?
Nicht viel, mag ich sagen - und frage mich, warum ich bisher wahrscheinlich 15.000 Mal am Konak vorbei gegangen bin.

Wahrscheinlich, weil es so unaufdringlich ist, wie die Tatsache, dass in diesem geradlinig eingerichteten Restaurant hinter der Tür zum Waschraum (1. OG) ein altes Jahrhundertwende-Treppenhaus wartet - doch ein bisschen wie in einem Palast. ;-)

Gekonnt einfach und einfach gekonnt: Türkisches Essen mitten in Aachen.

Hier noch einmal die Homepage mit immer aktueller Adresse und Öffnungszeiten

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