Grands Vins Mercure – Mercure Weinlese

Heute gibt es mal einen reichlich bebilderten Text, wenn auch die Qualität der Bilder mit der Dauer des Abends etwas abnahm. ;-) Warum? Weil es sich bei dem beschriebenen Event um eine Weinprobe handelt. Eine richtig große und sehr, sehr, sehr lehrreiche.

2016-04-köln-mercure-severinshof-81Aber mal auf Anfang: Die Mercure-Hotels in Deutschland lassen seit einigen Jahren ihre jährliche Weinkarte von geneigten Gästen zusammen-„kosten“: In einer großen Endverkostung in einem Mercure-Hotel werden Stammgäste (#Bonusprogramm LCAH) und Medienvertreter zusammengeladen, um in einem sehr festlichen Rahmen die klassischen Weinkunden der Hotelbars und -Restaurants Deutschlands zu simulieren.

2016-04-köln-mercure-severinshof-63Als mich die Einladung (mit Übernachtung *Hicks*) erreichte, freute ich mich als Weintrinkerin sehr, denn Blindverkostungen mit anderen (unbekannten) Gästen sind immer besonders spannend. Würden sich die Geschmäcker ähneln? Gibt es sie wirklich, die „Frauen- und Männerweine“? Wie machen sich die Weine ohne Essensbegleitung? Kurzum, ich war gespannt und brach auf ins nahe Köln.

 

 

 

 

2016-04-köln-mercure-severinshof-01Im Mercure-Hotel Severinshof angekommen, überlegte ich kurz, wie hoch wohl die Wahrscheinlichkeit war, von meiner Zimmertür bis ins weit entfernte Bett zu finden, wenn ich ernsthaft zwölf Weine und vier Essensgänge mit passenden weiteren Weinen hinter mich gebracht hätte… ;-) Aber: No Risk no Fun – und man wächst ja mit seinen Aufgaben. Also: Stühle zur Seite gestellt und den Weg eingeprägt. Für alle Fälle.  :-D

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Im nett möblierten komplett umbauten Innenhof des Hotels traf ich dann auf Soledad (die Wein- und Wassersommelière von Bonntouren), eine Weinfachfrau, an die ich mich gerne an diesem Abend festgekettet hätte.
Auch das Wetter spielte mit, es war angenehm und die Stimmung war durch Livemusik locker – und weit weniger trocken als das Wetter. ;-)

2016-04-köln-mercure-severinshof-25Nach einem ersten Willkommen mit Sekt und ein paar kleinen Häppchen als Grundlage – unter anderem auch Kölsche Spezialitäten wir Blutwurst mit Apfel und Kartoffelpüree (oder, wie uns der emigrierte Kölner Wolfgang von Wolfgangs Reiseblog erklärte „Flönz met Himmel und Ääd“ ;-)) – gab es ein paar warme Begrüßungsworte.

2016-04-köln-mercure-severinshof-22Danach ging es an die Arbeit. Und ja, es wurde wirklich darum gebeten, die Sache sehr ernst zu nehmen und ganz genau hinzuschmecken und zu überlegen, bevor man nach einem ausgklügelten System Punkte für Farbe, Geruch und Geschmack der zu prüfenden Weine vergäbe.

Es gab 12 Tische, die unterschiedliche Weine bekommen würden. Ich hatte das Glück, Daniel Döring, seines Zeichens Goldmundschenk des Münchner Mercure City Center, als Weinbegleiter zu haben: er sagte immer etwas zu den verschiedenen Färbungen und Eigenschaften der verkosteten Rebsorten, ohne dabei zu beeinflussen. Ich weiß nun z.B., woran man selbst minimal überlagerte Spätburgunder erkennt. Kurzum, wir schwenkten, schmeckten, diskutierten und wägten in vier Durchgängen je drei uns unbekannte deutsche Weine gegeneinander ab. Am Ende differierten unsere Punktevergaben schon ziemlich. Interessanterweise nicht mal so sehr nach dem Geschlecht der Verkoster: Typische Frauen- oder Männerweine gab es also nicht.
Aber es ließ sich schon ein deutlicherer Unterschied zwischen uns „Normalsterblichen“ und dem Goldmundschenk feststellen: Er achtete sehr darauf, wie sich ein Wein weiter entwickelt. Klar, schließlich müssen die Weine der Mercure-Karte ein Jahr Lagerung bis September 2017 überdauern. Das war den meisten von uns aber noch eine Stufe zu prophetisch, um es selber abzuschätzen -trotzdem war es sehr interessant zu hören.

2016-04-köln-mercure-severinshof-26Nachdem wir uns also durch 6 Rot- und 6 Weißweine getrunken hatten und nach bestem Wissen und Empfinden unsere Punkte vergaben, wurden wir mit einem wundervollen Menu mit Weinbegleitung belohnt. War ja harte Arbeit. ;-) Es war wohltuend, dass sich auch zum Essen dieselben Menschen an einem Tisch fanden, die zuvor zusammen Weine verkosteten – zu viel oberflächliches Kennenlernen tut ja einer Veranstaltung auch nicht gut.

2016-04-köln-mercure-severinshof-28Das Essen war von ausgewählten (stolzen) Mercure-Köchen aus dem weiteren  Umkreis Köln zusammengestellt und mit dem jeweils als perfekt dazu passenden Wein kombiniert. Die Bilder sprechen wohl für sich, die Garpunkte waren perfekt, der Cobia avancierte an diesem Abend zu meinem neuen Lieblingsfisch: festes weißes Fleisch, nicht trocken und mit einem buttrig-nussigen Geschmack. Sehr lecker. Aber wahrscheinlich preislich nichts für den Alltagsgebrauch. :-D
(Mein Tipp also: nächstes Mal beim Fischhändler Eures Vertrauens einfach mal nachfragen.)

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2016-04-köln-mercure-severinshof-35Kommen wir nun zum Hauptgang. Nein, eigentlich eher zum Hauptgang-Wein: Der dunkelrote, den Ihr rechts oben auf dem Bild seht ist die „Mercure-Edition M5“ – eine Rotweincuvée (also Komposition), die (wenn es zeitlich passt) alle Mercure-Goldmundschenke zusammen bei einem vorausgewählten Winzer zusammenstellen. Für mich mit weitem Abstand der beste Wein des Abends (und laut Mercure nur noch sehr begrenzt vorhanden). Aber er muss ja nur noch bis zum 1.9.2016 vorhalten, denn dann kommt die neue Weinkarte – oder, wie wir Eingeweihte sagen „Das Ergebnis dieses Abends“. ;-)

2016-04-köln-mercure-severinshof-40Das Dessert war auch sehr gut – aber ich bin einfach kein Freund von Wein zum Dessert, also habe ich es nach einem kurzen Versuch bei der getrennten Einnahme von „Süßkram“ und Wein belassen. Der Abend war ja noch lang genug, denn während wir aßen, wurden nebenan fleißig Punkte gezählt und unser Geschmack ausgewertet, damit man später in der neu gestalteten Hotelbar, die nun dem Mercure Relax-Konzept folgt, die Sieger des Abends verkünden konnte. Das werde ich hier nur in Form der schnöden Excel-Tabelle Weinauswahl und Gewinner tun, die mir freundlicherweise Benjamin Eder zur Verfügung stellte. Ohne die Weine im Glas zu haben, ist es wahrscheinlich leider nur etwas für Fachleute. Aber: Gute Nachricht: Die Gewinnerweine sind deutschlandweit in jeder Mercure-Hotelbar erhältlich und essen und trinken darf man dort ja auch als jeweils Eingeborener. ;-)

2016-04-köln-mercure-severinshof-37Der Abend endete – wie sollte es anders sein – mit einem leeren Glas und der Ankündigung, dass die Grands Vins Mercure ab nächstem Jahr „Mercure Weinlese“ heißen wird. Was aber an der Großartigkeit dieser Art des Auswahlverfahrens nichts ändert. Und kaufmännisch großartig scheint es auch zu sein, denn die Umsatzsteigerung betrug ca. 3.000.000 Euro seit der Einführung.
Nicht schlecht, liebe Kollegen Weinschmecker! ;-)

Trotz der vielen verschiedenen Weine fand ich an diesem Abend mein Bett und genoss am nächsten Morgen noch den Ausblick über ein trübes Köln und ein sonniges Frühstück.
Über das Brot mit dem „I love Kölle“ würde ich aber trotzdem nochmal gerne mit dem Bäcker diskutieren. ;-)

Ich nahm dieses Mal viel mehr mit aus Köln als nur den Schoko-Dom: beim nächsten Glas Wein werde ich alles in Grund und Boden analysieren können, Danke Daniel. ;-)
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